Antrittsvorlesungen in der Fakultät M+V

Von: cp

Prof. Dr. Steffen Wolf spricht über die „Biomechanischen Aspekte muskuloskelettaler Implantate“. Der menschliche Bewegungsapparat hat mechanische und biologische Aufgaben zu erfüllen. Die Kenntnis über die gegenseitige Wirkung dieser Funktionen ist essentiell für die erfolgreiche Prävention (Sport, Ergonomie), Behandlung (Orthopädie und Unfallchirurgie) und Nachsorge (Physiotherapie) von Verletzungen und Krankheiten des Bewegungs-apparates.

Mit zunehmender Alterung der Bevölkerung und aufgrund der heutigen Lebensgewohnheiten zunehmen kostenintensive Beschwerden am Bewegungsapparat wie Gelenkverschleiß, Osteoporose und Rückenschmerzen deutlich zu. Implantate als Körperersatzteile (z.B. künstlicher Gelenkersatz) oder als temporäre Hilfsmittel zur Heilung des muskuloskelettalen Apparates (z.B. Platten und Schrauben zur Ruhigstellung von Frakturen) müssen hohe Anforderungen bezüglich Sicherheit und Effektivität erfüllen.

Mit den heutigen Materialien und Designs der muskuloskelettalen Implantate werden im Durchschnitt sehr gute Behandlungserfolge erzielt. Dennoch gibt es Potential zur weiteren Entwicklung dieser Implantate. Am Beispiel der Hüftendoprothetik und der Osteosynthese distaler Radiusfrakturen werden in der Vorlesung der derzeitige Stand der Technik und mögliche zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.

Zur Person:

Prof. Dr. biol. hum. Steffen Wolf wurde zum 1. April 2016 als Professor für das Fachgebiet Biomechanik an die Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Hochschule Offenburg berufen. Nach Abschluss des Maschinenbaustudiums an der Technischen Universität München war Steffen Wolf als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm tätig. Dort forschte er auf dem Gebiet der Knochenbruchheilung und betätigte sich in der Lehre der Biomechanik.

Im Anschluss an die Promotion wechselte Steffen Wolf in die Medizintechnikindustrie, wo er in den Bereichen Entwicklung und Vermarktung von Implantaten für den künstlichen Gelenkersatz und für die Knochenbruchheilung arbeitete. Im Laufe seiner internationalen Industrietätigkeit war er mit leitenden Funktionen in führenden Medizintechnik-Unternehmen beauftragt. Mit der Rückkehr nach Deutschland baute Steffen Wolf ein kleines Medizintechnik-Unternehmen auf und übernahm einen Lehrauftrag für Biomechanik an der Hochschule Offenburg.

 

Prof. Dr. Jörg Bausch spricht in seiner Antrittsvorlesung über „Schwefelhexafluorid in Hochspannungsschaltanlagen: Ein Gas zwischen technischer Exzellenz und größtem Treibhauspotenzial“.

In den vergangenen Jahren ist das technische Gas Schwefelhexafluorid immer wieder Gegenstand von Diskussionen des Klimaschutzes und der technischen Notwendigkeit für den Betrieb von Schaltanlagen gewesen. Das Gas wird seit Ende der sechziger Jahre in Schaltanlagen der Mittel- und Hochspannung eingesetzt. So günstig dessen Eigenschaften im technischen Einsatz auch sind, so klimaschädlich ist es beim Entweichen in die Atmosphäre. SF6 ist das Klimagas mit dem größten bekannten Treibhauspotenzial. Neben nur wenig verbliebenen Anwendungen in Industrie, Militär und Medizin kommt es heute hauptsächlich bei der elektrischen Energieversorgung und hier als Isolier- und Lichtbogenlöschgas in Schaltanlagen von Übertragungs- und Verteilnetzen zum Einsatz. Grund genug die technische Notwendigkeit, mögliche Alternativen und Konsequenzen drohender Verbote zu diskutieren.

In dieser Antrittsvorlesung werden zunächst die Grundlagen moderner SF6-Hochspannungsschaltanlagen vorgestellt, die Klimabelastung durch entweichendes SF6 evaluiert, ein Überblick über den Stand der Forschung gegeben und mögliche Konsequenzen eines Verbotes von Schwefelhexafluorid in der Energieversorgung diskutiert.

Zur Person:

Prof. Dr.-Ing. Jörg Bausch wurde zum Oktober 2016 als Professor für Elektrische Maschinen und Anlagen an die Fakultät M+V der Hochschule Offenburg berufen. Seine akademische Laufbahn begann er an der Universität Karlsruhe, wo er im Fach Elektrotechnik sein Ingenieursdiplom erhielt und zum Thema Datenübertragung auf Energieverteilnetzen am Institut für Industrielle Informationstechnik promovierte. Neben Tätigkeiten beim Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe wechselte er 2006 zur Siemens AG, wo er bis zur seiner Berufung verschiedene Positionen, unter anderem im Produktmanagement für gasisolierte Hochspannungsschaltanlagen und Transformatoren innehatte.

 Die Vorlesungen finden am Dienstag, 23. Mai 2017, 17:30 Uhr im Raum E 411 statt.

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