Berufliche Perspektiven

Die Studierenden eignen sich Kompetenzen im Bereich der Energiebereitstellung, Energieverteilung und Energienutzung in der Energiewirtschaft an, die sie befähigen, von der Beratung von Kunden über Planung, Bau und Inbetriebnahme bis hin zum Betrieb von Energieanlagen tätig zu werden.

Durch die Betonung des Systemaspekts sollen die Absolventen in der Lage sein, Energiesysteme umfassend zu analysieren, zu bewerten und Energieeinspar- und Nachhaltigkeitspotenziale im Bereich der System- und Betriebsoptimierung zu erschließen.

Vor dem Hintergrund der beschlossenen Energiewende gehen wir von einem steigenden Bedarf an Ingenieuren mit Energiekompetenz aus. Diese müssen in der Lage sein, neue energieeffiziente Energiesysteme zu konzipieren, zu planen und zu betreiben und Wissen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen mitbringen.

Eindrücke aus dem Praxissemester

Maik Wussler

Mein Tätigkeitsfeld bei energydesign braunschweig GmbH lag hauptsächlich im Bereich des Energie- und Qualitätsmanagements für Passivhausgebäude. Hier wertete ich mit firmeneigener Software Messdaten aus, um die Performance der Gebäude zu bewerten und Verbesserungspotentiale zu ermitteln. Außerdem war ich in die Qualitätssicherung am Bau involviert: Baustellenbegehungen, Luftdichtheitsmessungen, Thermokamerauntersuchungen (Kältebrücken) und Abnahmen von Heizungs-, Elektro- und Lüftungssystemen gehörten dazu. Hier waren mir speziell das Raumlufttechnik-Labor und die zugehörige Vorlesung an der Hochschule Offenburg sehr hilfreich. Auch das Wissen aus den Vorlesungen Thermodynamik, Messdatenerfassung und Regelungstechnik konnte ich anwenden und vertiefen. Einer der Höhepunkte meiner Zeit in Braunschweig war die Aufschaltung einer firmeneigenen 18,8 kW Photovoltaikanlage zur solaren Kühlung, die in Eigenleistung geplant und montiert wurde. Während des Praxissemesters konnte ich neben einer Menge fachlichem und praktischem Wissen vor allem auch den Umgang mit Kollegen, Partnern und Kunden lernen und mein Auftreten in der Arbeitswelt optimieren. Zudem erhielt ich gute Einblicke in größere Bauprozesse und lernte das Zusammenspiel und die Koordinierung der Abläufe kennen. Nach meinem Studium möchte ich in der Branche tätig bleiben. Besonders mein Interesse am Energiemanagement und der Konzeptentwicklung und -optimierung wurden durch das Praxissemester nochmals verstärkt

Fabian Scheer

Der Laborbereich der Abteilung Forschung und Entwicklung bei Imtech Deutschland GmbH & Co. KG in Hamburg war mein Arbeitsgebiet. Dort werden strömungstechnische, thermodynamische und akustische Fragestellungen im Rahmen von experimentellen Untersuchungen oder Simulationsrechnungen bearbeitet. Auf diesem Arbeitsgebiet zählt das Unternehmen zu den renommiertesten Institutionen in Deutschland. Hauptsächlich war ich mit der Konstruktion und dem Aufbau von Versuchsmodellen, Durchführung strömungstechnischer und thermodynamischer Messungen und der Auswertung und Dokumentation von Versuchsergebnissen beschäftigt. Mein fachspezifisches Wissen, das in den Vorlesungen an der Hochschule Offenburg vermittelt wurde, konnte ich gut anwenden und vertiefen. Ich habe in meinem Praxissemester die ingenieurspezifischen Tätigkeiten und Arbeitsbereiche kennen und verstehen gelernt.

Daniel Knapp

Ich habe mein Praxissemester beim Elektrizitätswerk Mittelbaden in Lahr und Offenburg gemacht. Während meiner Zeit beim E-Werk habe ich viele Bereiche der Energieversorgung kennen gelernt. Die meiste Zeit war ich bei der Planung eines Windparks tätig, habe mich aber auch mit Kraft-Wärme-Kopplung, Fernwärme, Sonnenenergie und Wasserkraft beschäftigt. Hierbei konnte ich sehr gut meine bisherigen Kenntnisse aus dem Studium anwenden und vertiefen, da mein Tätigkeitsfeld den kompletten Arbeitsbereich eines Ingenieurs abgedeckt hat, von Planung über Kundenkontakt bis hin zum Bau von Anlagen. Wichtig waren hierbei vor allem die Fächer Regenerative Energietechnik, Kraft-und Arbeitsmaschinen und BWL, da neben der technischen Seite auch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine große Rolle gespielt haben. Höhepunkte des Praxissemesters waren sicherlich die Tage, an denen ich nicht nur im Büro war, sondern die verschiedenen Techniken vor Ort live miterlebt habe. So war ich zum Beispiel beim Aufstellen eines Windmessgerätes dabei, habe ein Wasserkraftwerk von innen gesehen, durfte mir ein neues Blockheizkraftwerk bei der Abnahme durch den TÜV anschauen und habe sogar selbst Starkstromkabel verlegt.

Daniel Meierhöfer

Ich habe mein Praxissemester bei der Menerga GmbH in Mülheim an der Ruhr gemacht. Menerga entwickelt und produziert Lüftungs-, Klima- und Kältesysteme. Vor allem die Vorlesungen Thermodynamik, Raumlufttechnik und Strömungslehre ließen sich gut auf die Praxis übertragen. Neben der Vertiefung des theoretischen Wissens lernte ich besonders im Umgang mit Kunden und Arbeitskollegen dazu. Außerdem lernte ich die Abläufe in einem Unternehmen kennen. Höhepunkt des Praxissemesters war, dass die Messungen eines Kühlsystems erfolgreich verliefen und es auf der ISH-Messe vorgestellt werden konnte. Ich werde in diesem Themenfeld meine Bachelor-Thesis schreiben und plane, nach dem Abschluss weiter in der Lüftungs- und Klimabranche tätig zu sein.

Julian Schoch

„Mein Praxissemester habe ich bei der juwi AG gemacht – Deutschlands größtem Projektentwicklungsunternehmen für Anlagen der Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Ich war in den Abteilungen  Marketing und Vertrieb, welche unter anderem den Bereich Produktentwicklung beinhaltet.
Das Wissen aus dem Studium hat mir dabei sehr geholfen: Ich konnte mich schnell in komplexere Themen einarbeiten, da ich auf Erlerntes aufbauen und die Inhalte unterschiedlicher Vorlesungen verknüpfen konnte.  Hierbei hatte ich den Vorteil im Studium auch das Systemdenken erlernt zu haben und somit die Verknüpfung zwischen verschiedenen Technologien und Energiesystemen (Kraft, Wärme, Kälte und Stromversorgung sind Themen bei uns im Studium). Gerade auch die wirtschaftlich geprägten Vorlesungen während des Studiums haben mir bei meinen täglichen Aufgaben geholfen. Zum Beispiel habe ich Verkaufsunterlagen mit stichhaltigen Argumenten zum Thema Eigenverbrauch bei erneuerbaren Energien erstellt oder branchentypische Strompreise ermittelt, um maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene Industriekunden anbieten zu können. Die Grundlagenermittlung und Vorplanung, wie z. B. die Auswertung von Standortdaten und das Prüfen auf Solar-, Wind- oder Biogaspotenziale auf dem Firmengelände und der näheren Umgebung, gehörten ebenfalls zu meinen Aufgabengebieten.“