Schluckspecht

Im Projekt Schluckspecht entwickeln und fertigen Studierende seit 1998 Forschungsfahrzeuge, die eine möglichst energieeffiziente, individuelle Mobilität ermöglichen. Dafür werden aktuelle und zukünftige Themen der Industrie aufgegriffen. So werden in dem Projekt zu Beispiel Trends wie Leichtbau und Reibungsreduktion in Theorie und Praxis erforscht. Auch die Vielfalt an Antriebskonzep­ten (elektrische Antriebe, Brennstoffzelle, Diesel-/Ottomotor, Stirlingmotor) sind Bestandteil der Aktivitäten. Mittler­weile gehört auch das Autonome Fahren dazu. Dabei werden die hervorragenden Kompetenzen der Hoch­schule Offenburg und der externen Partner gebündelt und weiter ausgebaut.

Die Studierenden können so bereits im Studi­um ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Des Weiteren lernen sie interdisziplinäres Arbeiten im Team – eine Fähigkeit, die spätere Arbeitgeber zu schätzen wissen.

Seit seiner Gründung nimmt das Projekt Schluckspecht zudem sehr erfolgreich am europäischen Shell Eco-marathon (SEM) teil. Bei diesem Wettbewerb gewinnt das energieeffizienteste Fahrzeug.

Team

Hinter dem Projekt Schluckspecht steht ein Team, das aus einer Vielzahl von Studierenden aus den Fakultäten Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Medizintechnik und Informatik sowie Medien besteht.

Erfolge

Mit mehr als zwölf Top-Drei Platzierungen (davon sechs mal erster Platz) ist das Team Schluckspecht einer der erfolgreichsten Teilnehmer am europäischen Shell Eco-marathon.

Neben dem Shell Eco-marathon stellt sich das Team aber auch weiteren Herausforderungen. So stellte es 2011 einen Weltrekord für batteriebetriebene Fahrzeuge auf: 1631,5 Kilometer ohne die Batterien aufzuladen!

Das Projekt wurde zudem mit dem Prädikat "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen" und dem Landeslehrpreis ausgezeichnet.

Die Erfolge im einzelnen:

Shell Eco-marathon

2020 Teilnahme Communication Award und Virtual League
2019

2. Platz autonomes Fahren
3. Preis Urban Concept Diesel
5. Platz Drivers' World Championship

2018 3. Platz autonomes Fahren
2017 4. Preis Urban Concept Diesel
2016 1. Preis Urban Concept Diesel
2015 1. Preis Urban Concept Diesel
2014 1. Preis Urban Concept Diesel; neuer Rekord (389 km/l)
Shell Helix Tribology Award
2013 1. Preis Urban Concept Diesel; neuer Rekord (315 km/l)
2012 Erstmaliger Einsatz eines Stirling-Motors
2011 2. Preis Prototype Brennstoffzelle (3763 km/l)
3. Preis Urban Concept Plug-in Hybrid (172km/kWh)
Technical Innovation Award für Rahmenkonstruktion (BSS)
2010 2. Preis Prototype Brennstoffzelle (2795 km/l)
2008 1. Preis Prototype Brennstoffzelle (3198 km/l)
2007 f-cell Award (Ethanol Brennstoffzelle) (389 km/l)
2006 Technical Innovation Award für Radnabenmotor
2005 1. Preis Prototype Diesel (1807 km/l)
2003 Conception Award Monocoque-Karosserie

Weitere Auszeichnungen

2012 Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen
2011 Weltrekord 1631,5 Kilometer mit einer Batterieladung
2010 Landeslehrpreis Baden-Württemberg

News

 

Schluckspecht feiert Erfolge

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Das Team Schluckspecht hat beim Shell Eco-Marathon Europe 2019 in Weybridge/Großbritannien sein Maximal-Ziel erreicht: Am Ende landete die Mannschaft von der Hochschule Offenburg auf Rang 3.

Das Team Schluckspecht hatte allen Grund zu jubeln.//Foto: HS Offenburg

Der Jubel am Donnerstagabend ist riesig gewesen: Nach vier Wertungsläufen belegte das Team Schluckspecht in der Klasse Urban Concept mit Verbrennungsmotor Rang 3. Damit verbesserte sich die Mannschaft um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr.

Wie immer ging es bei dem Reichweitenwettbewerb darum, mit einem Liter Kraftstoff eine möglichst lange Distanz zurückzulegen. Dabei spielen ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle, zum Beispiel das Gewicht von Auto und Fahrer, die Aerodynamik und das Fahren mit einer möglichst gleichmäßigen Geschwindigkeit. „Wer bremst verliert“, fasste Projektleiter Claus Fleig das Wesentliche kurz und knapp zusammen.

Anders als im vergangenen Jahr in London war die Strecke diesmal keine Stadtroute sondern ein Rundkurs auf dem Mercedes-Testgelände in Weybridge. Auf diesem musste die mit 1,5 Kilometern ganze 600 Meter längere Distanz als im vergangenen Jahr innerhalb einer vorgegebenen Zeit zurückgelegt werden. Das insgesamt 40-köpfige Team hatte in der Vorbereitung in Offenburg Länge, Breite, Kurvenradius und Höhenprofile der Strecke mit Hilfe von Google Earth genau abgemessen und simuliert wie viele Starts und „Segelphasen“ für ein optimales Ergebnis nötig sind. Außerdem musste aufgrund einer Regeländerung eine zweite Tür in den Schluckspecht V eingebaut werden.

Und auch vor Ort hatten die 15 mitgereisten Teammitglieder alle Hände voll zu tun. So musste der Fahrer in den ersten Tagen noch eine Prüfung schreiben. Zudem sorgte ein Kabelbrand im Auto für einiges an Mehrarbeit. Dennoch verlief der Start in den Wettbewerb nach den Technischen Abnahmen und den Probefahrten erfolgreich. Im ersten Wertungslauf am Mittwochmorgen kam der Schluckspecht auf Rang 3, nur ganz knapp hinter dem zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierten Team ITIP L. Bucci aus Italien. Der zweite Wertungslauf ließ das Teilnehmerfeld dann noch enger zusammenrücken, der Schluckspecht rutschte auf Rang 4 ab. Im dritten Wertungslauf wurde der Schluckspecht am Donnerstagmorgen dann von einem gegnerischen Fahrzeug abgedrängt. Die Mannschaft aus Offenburg bekam daher noch einen zusätzlichen Versuch zugesprochen, der am Ende aber gar nicht benötigt wurde. Trotz des Zwischenfalls lag das Team nach dem Ende des dritten Wertungslaufs aber wieder auf Rang 3: Das favorisierte und bis dahin deutlich führende Team aus Dänemark wurde wegen einer leichten Unsportlichkeit zwischenzeitlich disqualifiziert. Allerdings durften die "DTU Roadrunners" im vierten Wertungslauf noch einmal antreten und holten sich souverän den Gesamtsieg (429 Kilometer/Liter). Zweiter wurde das Lycée Louis Delage aus Frankreich (339 Kilometer/Liter). Weil aber auch das Team Schluckspecht noch einmal alle Kräfte mobilisierte, reichte es am Ende dennoch dazu das italienische Team zu überholen. Mit 270 Kilometern/Liter kam man sechs Kilometer weiter und damit auf Platz 3. "Das ist absolut super", freute sich Projektleiter Claus Fleig über die Verbesserung um einen Platz und 50 Kilometer im Vergleich zum Vorjahr.

Dank dieses Erfolgs war das Team Schluckspecht auch für die „Drivers‘ World Championship“ qualifiziert, die am Freitagabend in Weybridge ausgetragen wurde. Bei diesem Wettbewerb traten jeweils die drei weltweit besten Autos aus den Kategorien Verbrennungsmotor, Batterieelektrisch und Brennstoffe in einem Rennen gegeneinander an. Das Offenburger Team hatte bei der Auslosung der Startplätze Glück und konnte vom dritten der insgesamt neun Plätze starten. Das Rennen ging über sieben Runden. Dabei erhielt jedes Team genau die Energiemenge, die es zuvor in seinem besten Lauf beim Reichweitenwettbewerb benötigt hatte. Ziel des Rennens war es, möglichst schnell und ohne Liegenblieben durch einen leergefahrenen Tank ins Ziel zu kommen. Durch eine super Rennstrategie und den ständigen Kontakt mit dem Fahrer über den Teamfunk aus der Boxengasse fuhr der Schluckspecht am Ende einen tollen fünften Platz ein. In der letzten Kurve vor der Zielgeraden hatte er noch das Auto des Teams von der Lac Hong Universität aus Vietnam durch ein Driften über den Grünstreifen eingeholt und das Ziel mit einem leergefahrenen Tank erreicht. Erster wurde das Team von der Universität Twente aus den Niederlanden.

Weitere Informationen rund um den Schluckspecht V sind unter <link schluckspecht.net - external-link-new-window "Opens external link in new window">schluckspecht.net</link> zu finden. Aktuelle Bilder vom Shell-Eco-Marathon 2019 gibt es auf der <link www.instagram.com/schluckspechthsog/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Schluckspecht-Instagramseite</link>.