Entwicklung von Mikro-Drohnen: Offenburger Erfolg bei Wettbewerb in Australien

Von: pak
DAs Team CIGOGNE in Australien: Sebastian Sokolov, Juliette Vintrou, Mustasyar Hasbullah, Marc Willmann, Thomas Pavot, Alberto Manzaneda, Pierre Willinger (v.l.)

Die International Micro Air Vehicle Conference and Competition (IMAV) ist eine jährliche Veranstaltung zur Förderung von Schlüsseltechnologien für die Entwicklung von Mikro-Drohnen. Sie kombiniert eine wissenschaftliche Konferenz mit einem Flugwettbewerb für Forschungsgruppen aus der ganzen Welt.

Ergebnis langjähriger Kooperation

Aus der langjährigen intensiven Zusammenarbeit mit der INSA in Straßburg, unter anderem im Rahmen des INTERREG Projektes ELCOD (www.elcod.eu), ist nun auch ein gemeinsames Engagement von Professor Jörg Ettrich mit seinem französischen Kollegen Professor Renaud Kiefer hervorgegangen, bei dem die Hochschule Offenburg durch die beiden Studierenden Sebastian Sokolov (MA) und Marc Willmann (MME) vertreten wird. Gemeinsam haben sie unter anderem den konstruktiven Aufbau der Drohne komplett überarbeitet (reduziertes Gesamtgewicht trotz Einsatz leistungsstärkerer Motoren und Akkumulatoren), einen Gimbal für die onboard Kamera vorgesehen und auch aktiv als Piloten der Drohnen bei den Wettkampfflügen fungiert.

Der Outdoor-Wettbewerb selbst bestand aus den drei Aufgaben: Beim Mapping sollte aus Einzelbildern die Karte eines etwa vier Fußballfelder großen Bereichs erstellt, mit der Drohne mussten darauf dann drei rote Fässer und ein aufblasbares Krokodil gesucht werden. Beim Treasure Hunt ging es um die Suche nach vier Metallplatten, die in einem acht mal acht Meter großen Bereich vergraben sind. Die Aufgabe Search and Rescue bestand aus der Suche nach einem verwundeten Feuerwehrmann in einem bewaldeten Gebiet. Dort sollte zudem ein ein Erste-Hilfe-Paket abgeworfen werden.

Große Herausforderungen

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Navigation aufgrund der geänderten Funktionsweise des Lage- und Referenzsystems des autonomen Fluggerätes auf der Südhalbkugel, konnte das Team die ersten beiden Aufgaben erfolgreich absolvieren. "Die Search-and-Rescue Aufgabe stellte alle Teilnehmer des Wettbewerbs vor große Herausforderungen, und konnte von unserem Team leider nur teilweise bewältigt werden", so Jörg Ettrich. Insgesamt konnte das Team CIGOGNE einen respektablen fünften Platz belegen: "Ein gutes Ergebnis für ein erstes Engagement und bei starken und erfahrenen internationalen Konkurrenten. Gratulation also an die sieben Techniker und Piloten!"

Auch im nächsten Jahr wieder am Start, Mitglieder für Projektteam gesucht!

Auch im nächsten Jahr wird das Team wieder am Start sein, kündigt Ettrich an. Ausdrücklich ermuntert er alle interessierten Studierenden, sich an diesem interessanten Projekt zu beteiligen. Dabei wird an der Entwicklung der autonomen Quadkopter-Plattform gearbeitet, die neben einem Bilderfassungssystem, ein Trägersystem für Lasten, einen Metalldetektor sowie verschiedene weitere Sensorsysteme gemäß den Anforderungen des internationalen IMAV Wettbewerbs umfasst. Neben aerodynamischen und flugtechnischen Grundlagen, sowie der Mess- und Regelungstechnik bedeutet das Engagement in diesem Bereich vor allem die Beschäftigung mit dem heute immer bedeutender werdenden Aspekt autonomer Systeme.

Aktuelle Themen stammen vor allem aus den Bereichen der Flugsteuerung und –regelung, der Optimierung der Gesamtelektronik, der Optimierung des mechanischen Aufbaus, der Fertigung und der Montage, der Programmierung des autonomen Flugsystems und der Bildverarbeitung hinsichtlich Search–and-Rescue. Nicht zuletzt der Wettbewerbscharakter stellt eine Herausforderung dar, denen sich das Team mit großem Wettkampfgeist und Eifer stellt und eine ganz besondere Motivation für das Engagement, die Erarbeitung und die aktive Umsetzung innovativer und neuer Lösungen darstellt.

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