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Forscherteam der Hochschule Offenburg erhält Biogas-Innovationspreis der Deutschen Landwirtschaft

Prof. Dr. Christiane Zell, Prof. Dr Ulrich Hochberg und Mitarbeitende entwickeln ein neuartiges Verfahren zur mikrobiellen Methanisierung von H2 und C02.

Personengruppe auf der Bühne, die beiden Preisträger präsentieren ihre Urkunden

von rechts: Johann Meierhöfer vom Deutschen Bauernverband überreichte die Urkunden an Dr. Fabian Haitz, Prof. Dr. Ulrich Hochberg und Prof. Dr. Christiane Zell von der Hochschule Offenburg im Beisein der Laudatoren Dr. Peter Kornatz (DBFZ) und Michael Kralemann (3N) sowie des Preisträgers in der Kategorie Wirtschaft Michael von Lehmden von der EnviTec Biogas AG

Das Team geht dabei folgender Frage nach: "Wie kann man Erneuerbare Energien speichern und gleichzeitig die Ausbeute von Biogasanlagen steigern?". Ziel des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts ist die Entwicklung eines effizienten Verfahrens, das die mikrobielle Methanisierung von H2 und C02 nutzt. Damit ist zum Beispiel die direkte Speicherung von zeitweilig anfallendem erneuerbarem Überschussstrom im Erdgasnetz möglich. Die Nutzung von C02 aus Rohbiogas verbessert dabei gleichzeitig sowohl die Biogasqualität als auch die Energie- und CO2-Bilanz des Biogasprozesses. Johann Meierhöfer, Referatsleiter für Erneuerbare Energien beim Deutschen Bauernverband, erklärte bei der Preisverleihung: ,,Gerade in einer Zeit, in der wir zügig Erdgas ersetzen müssen, sind solche innovativen Ansätze unverzichtbar."

Teammitglied Dr. Fabian Haitz stellte das Verfahren auf dem 15. Biogas-Innovationskongress in Osnabrück der Öffentlichkeit vor und nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Wissenschaft entgegen. „Das Geld können wir gut gebrauchen“, erklärte er, „denn noch sind nicht alle Fragen geklärt.“ Der Preis des Deutschen Bauernverbands wird von der landwirtschaftlichen Rentenbank gestiftet.

In seinen Ausführungen erläuterte Fabian Haitz den Zuhörern: „Zwar ist der eingesetzte Wasserstoff energetisch höherwertig als Erdgas beziehungsweise Biogas, jedoch ist die volumetrische Energiedichte von Biogas drei Mal höher als die von Wasserstoff und die Infrastruktur für die Nutzung von Biogas ist bereits vorhanden: Da Biogas chemisch identisch mit Erdgas ist, kann es beispielsweise auch in den Kavernen, die für Erdgas ausgelegt sind, gespeichert werden.“ Eine Besonderheit des neuen Verfahrens sei auch, dass es in kurzer Zeit hoch- und runter gefahren werden kann. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass es mit dem schon in naher Zukunft zu erwartenden überschüssigen Strom, der an wind- und sonnenenreichen Tagen zu erwarten ist, betrieben werden kann.

In seiner Dankesrede ging Fabian Haitz auch auf die Leistungen der anderen Teammitglieder – Markus Bieri, Marc Stalder, Martin Schaub, Andre Friedrich und Manuel Scharffenberg – ein, würdigte die Zusammenarbeit mit den Industriepartnern Wehrle-Werk AG, ECOBEL GmbH sowie Monte Ziego und bedankte sich für die Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.