Maschinenbau und Verfahrenstechnik

 

Nachwuchsprofessurprogramm führt zum Ziel auf ungewöhnlichem Karriereweg

|

Alumnus Dr. Andreas Jilg wird Professor für digitale Prozesstechnologie und Produktnachhaltigkeit an der Hochschule Offenburg.

Zwei Männer stehen vor einem Schwarzwaldfoto und halten ein Urkunde
© Hochschule Offenburg, Joerdis Damrath

Seine berufliche Laufbahn wurde dem gebürtigen Haslacher Andreas Jilg alles andere als in die Wiege gelegt. "Ich komme nicht aus einer Akademiker-Familie und hätte früher nie gedacht, dass ich ein Studium meistern würde", sagt er selbst. So beendete der heute 38-Jährige die Schule zunächst mit der Mittleren Reife und absolvierte eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei Neumayer Tekfor in Hausach. Im Anschluss besuchte er das Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife in Wolfach, das er mit der Abschlussnote 1,2 und einem Schulpreis verließ.

Was dann folgte waren kurz gesagt ein Bachelor- und Master-Studium Maschinenbau mit Best-Noten an der Hochschule Offenburg und gleichzeitigen Tätigkeiten bei diversen regionalen und internationalen Unternehmen und Einrichtungen. Nach seinem Master arbeitete Andreas Jilg dann dreieinhalb Jahre als akademischer Mitarbeiter an der Hochschule Offenburg und promovierte in dieser Zeit magna cum laude an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Danach ging es für gut vier Jahre als SW-Modell-Ingenieur zur Robert Bosch GmbH in Bühl. Doch auch in dieser Zeit blieb er der Hochschule Offenburg im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung treu.

Im März 2023 wurde Andreas Jilg schließlich Teil des Nachwuchsprofessurprogramms von HaW-PROAKtif. In diesem führen die Hochschule und ihre Tandem-Partnerunternehmen beziehungsweise Forschungseinrichtungen ausgewählte Nachwuchswissenschaftler*innen innerhalb von drei Jahren zu hinreichender Erfahrung in Berufspraxis und selbstständiger Hochschullehre, sodass sie danach für eine HAW-Professur berufungsfähig sind. Andreas Jilg arbeitete in dieser Zeit als Nachwuchsprofessor für digitale Prozesstechnologie an der Hochschule Offenburg und als akademischer Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik in Freiburg.

Nun hat der inzwischen zweifache Vater sein Ziel erreicht: Er wurde zum 1. März auf die Professur für Digitale Prozesstechnologie und Produktnachhaltigkeit an der Hochschule Offenburg berufen. Durch seine Lehre möchte er die Studierenden auf die aktuellen Anforderungen der Industrie vorbereiten und befähigen, innovative Lösungen in den Bereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Gleichzeitig wird er seine Forschung zur Bewertung und Optimierung von Produkten und Prozessen durch die Kombination technischer, ökologischer und ökonomischer Zielgrößen fortsetzen. Und nicht zuletzt möchte der begeisterte Mountainbiker und Skateboarder mit seinem eher ungewöhnlichen Karriereweg andere ermutigen, eine akademische Laufbahn anzustreben – auch wenn diese zunächst unerreichbar erscheint.